Begegnung mit Jesus Christus während er Meditation:
"Ich habe hier ein schönes Geschenk für dich. Möchtest du es annehmen? Es ist das größte und schönste, das es überhaupt geben kann, die Liebe. Liebe ohne Wenn und Aber. Totale, vollkommene Liebe. Keine Bedingungen, kein Kleingedrucktes. Einfach so! (Er strahlt mich an.)
Und einen Wunsch hab ich auch. Ich wünsch mir von dir, dass du mir deine Schuld schenkst. (Er lächelt.) Ja? Schuldgefühle, die du noch in dir trägst, egal, woher sie stammen. Bitte, schenk sie mir!"
* * *
Ich begreife, dass ich dieses große Geschenk der Liebe überhaupt nur annehmen kann, wenn ich meine Schuld hingebe, wenn ich mir selbst verzeihe. Solange ich dazu nicht bereit bin, können meine Hände dieses Geschenk der bedingungslosen Liebe gar nicht halten und ich hab immer wieder das Gefühl, die Liebe entgleitet mir.
"Schuld", das klingt dramatisch. Aber die Schuld, von der hier die Rede ist, kann durchaus eine "kleine" Schuld sein, etwas, weshalb ich ein schlechtes Gewissen habe, das ich nicht vergessen kann. Etwas, das ich hätte tun wollen oder sagen wollen, aber dann doch nicht getan oder gesagt habe. Etwas, das ich getan habe, obwohl ich wusste, dass es nicht richtig war. Vielleicht ist das sogar schon lange her. Und doch lastet es auf meiner Seele, sonst hätte ich es ja längst vergessen.
Was für wundervolles Angebot! Ich stelle fest, dass es mir gar nicht so leicht fällt, es anzunehmen. Und das erstaunt mich... "Ja, ich nehme dein Angebot an. Und ich bin dir so dankbar dafür. Ich habe gar nicht gemerkt, dass mich mein schlechtes Gewissen so hindert, so sehr bremst. Dass ich mich dadurch, dass ich mich schuldig fühle, nicht wirklich selbst lieben kann und dass ich mich dadurch immer wieder n i c h t geliebt fühle. Ich verzeihe mir jetzt! Ich kann das jetzt, denn ich glaube dir. Ich weiß, dass du mir meine Schuldgefühle, mein schlechtes Gewissen abnimmst und dass sie bei dir in guten Händen sind. Danke! Und ich nehme dein Geschenk, die Liebe, mit offenem Herzen an, ja."
Und mir wird nun bewusst, dass ich den anderen auch nicht wirklich habe verzeihen können, solange ich mir selbst nicht verziehen hatte. Diese kleinen oder größeren Dinge, durch die ich mich von Familienmitgliedern, im Freundes-, im Kollegenkreis verletzt gefühlt habe, lasse ich durch mein Herz wandern, das jetzt so stark ist und dieser gewaltige Verzeihenssog, dessen Ursache Jesus Christus ist, nimmt das alles mit, zieht es an wie ein starker Magnet. Und es ist gut. Mein Groll ist weg. Ich verstehe euch. Ich habe euch verziehen. Ich freue mich. Danke :)
Montag, 31. März 2014
Sonntag, 16. März 2014
Das Myom
Da ist ein Myom in meiner Gebärmutter, ziemlich unten nahe
dem Eingang und es macht mir zu schaffen, ist unangenehm, weil es immer wieder
mal auf die Blase drückt. Solange es nicht wächst und mir keine größeren
Beschwerden verursacht, braucht es nicht operiert zu werden, meint die Frauenärztin.
Gestern Abend, als ich im Bett lag, hab ich es wieder gespürt und dann einfach
mal ausprobiert, ob ich es ertasten kann. Ja, konnte ich, eine kleine Kugelform
ist es. Vorsichtig hab ich das Myom berührt und ich wurde auf einmal emotional überflutet
mit einem Schwall von Liebesenergie. Oh,
das ist aber überraschend! Ich hab dann versucht, ob es mir möglich wäre, mit
dem Myom im Geiste Kontakt aufzunehmen. Und das ging! Das kleine Myom ist kein Wesen
in dem Sinne, aber es ist verbunden mit bestimmten Energien. Und diese Energien
hatten zum Inhalt, dass es da eine Seele gab, die mein Kind hätte werden wollen.
Das war eine große Überraschung für mich! Ich spürte, wie eine wundervolle Liebe
zwischen uns hin und her floss.
Es tauchte sogar ein Bild vor meinem inneren Auge auf, wie
das Kind hätte aussehen können. Daraus konnte ich auch schließen, welchen Vater
es gehabt hätte. Mit meinem damaligen Partner wäre eine Elternschaft, für mich
wäre eine Schwangerschaft nicht in Frage gekommen und ich hatte im damaligen
Zeitraum Verhütungsmittel benutzt. Aber offensichtlich hatte sich eine
Seelenenergie uns beide schon als potentielles Elternpaar ausgeguckt, doch wir
haben es nicht zugelassen. Das war unser Recht gewesen, zweifellos. Trotzdem
empfand ich nun ein großes, großes Mitgefühl mit dieser „enttäuschten“ Seele. „Ich
wusste doch gar nichts von dir, Liebes!“ Und ich empfand solche Liebe und ließ sie zu
dem kleinen Myom strömen. Das Myom oder das, wofür es stand, antwortete sogar. „Ich
liebe dich. Ich liebte euch so sehr und es wäre ideal gewesen für mich.“
„Das tut mir leid, Kleines. Ich liebe dich sehr. Was können
wir nun tun? Hm. Komm doch hierher, in mein ätherisches Herz. Schau, hier ist Raum für dich.
Ich würde mich sehr freuen. Komm, ich lade dich ein! Deine Energie, da,
abgekapselt als Myom, das ist doch nicht schön für dich. Und für mich auch
nicht. Komm in mein Herz, das ist riesig. Hier hast du es schön. Kannst mit den
anderen, die ich liebe, zusammen sein oder auch einen eigenen Raum haben, ganz
für dich allein. Ich lade dich ein in mein Herz, komm, wenn du möchtest. Ich
liebe dich.“
Freitag, 14. März 2014
Gleichgewicht
Ich hab versucht, dich zu ignorieren, dich wegzuschieben und
einfach woanders hin zu schauen. Meinen Partner wollte ich nicht mehr sehen;
immer mehr hat manches mich gestört, ist mir zunehmend auf die Nerven gegangen.
Was das war? Die Disziplin bis hin zur Freudlosigkeit, die Zielgerichtetheit,
die Ausdauer, die Kühle bis hin zur Herzlosigkeit, das rücksichtslose Vorgeben
des Tempos, die Bestimmtheit, die Ichbezogenheit, die Härte, das schier
grenzenlose Wissen… Mein Partner hat mich gnadenlos provoziert, indem er mir
all das immer wieder auf dem Silbertablett präsentiert hat. „Hier, schau mal!“ Grrrr…. Nein, nein, du bist so anders als
ich. Wie kann man nur Mann sein!!!
Andererseits, manches an deinem Männlichsein hat mir sehr gefallen
und mich angezogen, deine Kraft, die Stärke, der Ruhepol, der du für mich warst,
das Gefühl der Sicherheit, das du mir vermittelt hast, wenn ich in deinem Arm
liegen durfte.
Aber da war kein Gleichgewicht; das Unwohlsein überwog immer
mehr und ich hatte eine größere Distanz zwischen uns gebracht. Dann fuhr ich zu
diesem wundervollen Seminar zu Ava Minatti. Mitfahrgelegenheit: super! Ich bin
sehr froh darüber, denn nach 7 Tagen intensiven Arbeitens fühle ich mich zu ausgelaugt
und erschöpft, um überhaupt eine zweistündige Autofahrt unternehmen zu wollen. Und neben wem sitze ich im Auto? Neben einem
Mann, der genau das verkörpert, wovor ich gerade davonlaufe. Es ist wirklich verblüffend,
vom Beruf bis zu den Hobbies stimmt sehr vieles überein bei den beiden. Ich
schmunzle. Na gut… Das wird schon seinen Sinn haben, wundere ich mich.
Neben einem großartigen Seminar läuft dann in mir meine
persönliche Konfrontation mit dem Männlichen ab, wie ich es wiederum wahrnehmen
und beobachten darf. Zunehmend arbeitet
das an mir, um sich bei der Rückfahrt zu steigern bis hin zu dem Gefühl, „Puh,
das mach ich nächstes Mal nicht mehr mit. Ich werde künftig selbst fahren.“
Nach einigem Abstand Gewinnen und Ruhe Finden und dem
Integrieren von dem, was ich während des Seminars erlebt und gelernt und
wiederentdeckt habe, schiebt sich heute dieses Thema wieder in mein Bewusstsein.
Ich sage eine Verabredung ab, um mit mir allein zu sein, denn da ist eine große
Dringlichkeit. Ich spüre auf einmal eine unendliche Sehnsucht nach dieser
männlichen Energie – und: Ich kann diese Energie wahrnehmen, spüren, gleich
hier, bei mir. Mir wird bewusst, dass e r
hier ist. Ein Anteil von mir, der all
das i s t, was ich so vehement abgelehnt habe und der gleichzeitig das ist,
was mir so gefallen hat am Mann. Nein, es war nicht im Gleichgewicht, vor allem nicht i n mir. Deshalb musste mir das im Außen begegnen,
bis ich es begreifen konnte.
Jetzt ist er mir näher gerückt, dieser ungeliebte Anteil von
mir selbst. Ja, ich lade dich ein, lade dich ein in mein Herz. Ich liebe dich
und das hab ich jetzt verstanden. Es ist gut. Ich verstehe viele deiner Nöte, deine
Kälte, dass dich vieles überfordert, hab selbst jahrelang „meinen Mann stehen“ müssen als
alleinerziehende Mutter in dieser Welt, in der wir leben. Hab Männer
beobachtet, wie sie kämpfen, ohne Rücksicht auf sich selbst zu nehmen, um Ziele zu erreichen,
die scheinbar erreicht werden müssen. Es ist eine lange Geschichte, die sich
über viele Generationen hinzieht. Ich nehme dich, mein männliches Sein, jetzt
sanft in meine Arme. Ruhe dich aus. Es ist gut.
Ich brauche deine Stärke, manchmal deine Unnachgiebigkeit,
deine Disziplin. Ich möchte mich anlehnen können bei dir. Ich brauche deine Klarheit und deine Besonnenheit, um meine überbordenden Emotionen ins Gleichgewicht zu bringen. Dir kann ich Freude
und Leichtigkeit und Weichheit schenken.
Lass uns füreinander da sein, lass uns ineinander fließend leben, lass uns handeln
und fühlen, je nachdem, wie die Situation es erfordert.
Wir sind ein Team. Ich liebe dich. Ich liebe dich in mir. Danke, dass es dich in mir gibt. Und danke, dass es euch Männer da draußen gibt. :)
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männlich-weiblich
Dienstag, 4. März 2014
Ein Freitod
Vergangene Nacht hatte ich einen sehr bewegenden Traum.
Ich wurde in eine Scheune zitiert. Dort oben auf dem Boden saß im Heu ein Mann
mit einer Schlinge aus einem Strick um den Hals. Rechts und links neben ihm
saßen zwei weitere Männer, die mit ihm sprachen. Sie kannten sich
offensichtlich. Ich kannte die drei nicht, sollte und musste aber anwesend
sein. Ich sollte, wie die beiden anderen Männer, beim Freitod des Mannes mit
dem Strick um den Hals anwesend sein. Die Männer sprachen noch miteinander,
tauschten sich sehr freundschaftlich über Persönliches aus. Der Mann, der sein
Leben beenden wollte, wurde mehrfach gefragt, ob denn sein Entschluss
feststünde, denn der wäre dann gleich nicht mehr zu revidieren. Nein, er war
sich ganz sicher und war nicht von seinem Entschluss abzubringen. Dann durfte
er tun, was er tun wollte. Ich war angehalten zuzusehen und musste das also
tun. Der Mann stand auf und ließ sich vom Heu da oben herunter fallen, in die
Schlinge hinein. Nach ein paar Zuckungen war das Leben aus seinem Körper
gewichen.
Meine Empfindungen während des ganzen Ereignisses kann ich überhaupt nicht beschreiben. Was ich festhalten möchte, ist zum Beispiel, dass ich höchsten Respekt davor empfand, wie diese Menschen gegenseitig ihre Entscheidungen respektierten und mit welcher Würde alles vonstatten ging. Deutlich spürte ich die Liebe, mit der sie einander zugetan waren und die Achtung, mit der sie einander behandelten. Das hat mich enorm beeindruckt und mir wurde klar, dass sie um die Ewigkeit und Unendlichkeit des Lebens wussten. Während des Geschehens beobachtete ich auch beiden Männer, die noch dort oben saßen. Sie wandten sich schließlich doch vor Schmerz und Qual, den Tod ihres Freundes miterleben zu müssen, denn sie sahen ja auch, welchen Schmerz er empfand, aber sie respektierten zu jedem Zeitpunkt seine Entscheidung. Für mich ging es darum, Beobachter zu sein - für die anderen war ich zu keiner Zeit sichtbar oder wahrnehmbar - Beobachter sowohl der drei Männer als auch von mir selbst, meine Gefühle und Empfindungen ganz bewusst und genau wahrzunehmen… Mich einzuschalten war nicht möglich, denn ich befand mich außerhalb der Situation.
*** Bei den drei Männern in meinem Traum ging es - wie fast immer, wenn wir träumen - um Anteile von mir selbst. Da gab es offensichtlich einen Anteil, der lebensmüde war, der sich aufgeben wollte. Mir wurde im Nachhinein klar, dass ich dieses Geschehen nun noch komplett ändern kann und dass ich diesen Traum geträumt habe, um mir selbst etwas bewusst zu machen und eine Variante gewissermaßen durchzuspielen.
Meine Empfindungen während des ganzen Ereignisses kann ich überhaupt nicht beschreiben. Was ich festhalten möchte, ist zum Beispiel, dass ich höchsten Respekt davor empfand, wie diese Menschen gegenseitig ihre Entscheidungen respektierten und mit welcher Würde alles vonstatten ging. Deutlich spürte ich die Liebe, mit der sie einander zugetan waren und die Achtung, mit der sie einander behandelten. Das hat mich enorm beeindruckt und mir wurde klar, dass sie um die Ewigkeit und Unendlichkeit des Lebens wussten. Während des Geschehens beobachtete ich auch beiden Männer, die noch dort oben saßen. Sie wandten sich schließlich doch vor Schmerz und Qual, den Tod ihres Freundes miterleben zu müssen, denn sie sahen ja auch, welchen Schmerz er empfand, aber sie respektierten zu jedem Zeitpunkt seine Entscheidung. Für mich ging es darum, Beobachter zu sein - für die anderen war ich zu keiner Zeit sichtbar oder wahrnehmbar - Beobachter sowohl der drei Männer als auch von mir selbst, meine Gefühle und Empfindungen ganz bewusst und genau wahrzunehmen… Mich einzuschalten war nicht möglich, denn ich befand mich außerhalb der Situation.
*** Bei den drei Männern in meinem Traum ging es - wie fast immer, wenn wir träumen - um Anteile von mir selbst. Da gab es offensichtlich einen Anteil, der lebensmüde war, der sich aufgeben wollte. Mir wurde im Nachhinein klar, dass ich dieses Geschehen nun noch komplett ändern kann und dass ich diesen Traum geträumt habe, um mir selbst etwas bewusst zu machen und eine Variante gewissermaßen durchzuspielen.
26.2.2014
Dienstag, 25. Februar 2014
Wie ich nun andere Menschen wahrnehme...
Seitdem ich spüre und innerlich weiß, dass
ich auf einer anderen Ebene eins bin mit meinem Gegenüber, kann ich sie oder
ihn viel deutlicher spüren in ihrer Individualität und ihrem Befinden. Ich habe
entdeckt, dass ich meine Mitmenschen bisher auf eine stärker verzerrte Art und
Weise wahrgenommen habe und ihnen dabei nicht gerecht geworden bin. Ich war zu
sehr beschäftigt mit mir selbst, mit Aspekten, Anteilen meiner selbst, die sich
jeweils angesprochen fühlten. Nun nehme ich viel mehr wahr…
Freitag, 14. Februar 2014
Hölle und Himmel - Eine mystische Erfahrung
28.1.2014
Herzliche
Grüße aus der Hölle! Auch aus dem Himmel, vielmehr, der Wirklichkeit, ja. In
den vergangenen Nächten war ich in der Hölle, immer wieder.
Es begann
damit, dass ich im Urlaub auf Teneriffa ein paar Tage zuvor geträumt hatte,
jemand gewesen zu sein, der anderen Menschen Unrecht getan hat, andere
geschädigt oder verletzt hat. Waren das Erinnerungen an ein vergangenes Leben
oder Träume? Es ist gleichgültig, ob sich die geträumten Geschichten tatsächlich
irgendwann und irgendwo einmal ereignet haben oder ob sie Sinnbilder sind.
In den
Nächten seit dem Urlaub ging es weiter mit meinem nächtlichen Traum-Erleben. Vergangene
Nacht bin ich meinem Schatten begegnet, und dieses Mal war ich es, definitiv. In
einer langen Prozession zogen tatsächliche Erinnerungen aus meinem Leben an mir
vorüber. Es waren auch Ereignisse dabei, an die ich mich kaum mehr erinnert
hatte, vieles, was für mich damals Kleinigkeiten gewesen waren. Ich musste nun Situationen
beobachten und miterleben, in denen ich andere gekränkt hatte, ihnen Unrecht
getan hatte, in denen ich brutal über die Grenzen anderer hinweg gegangen bin.
Oh ja! Da gab es eine ganze Menge anzuschauen. Und ich fühlte, was sie fühlten.
Die Empfindungen, die ich dabei hatte, waren entsetzlich. Schmerz. Trauer.
Reue.
Die
Gemeinsamkeit meiner Erinnerungen in dieser Nacht und meiner Träume in den
Tagen davor war, dass ich in jedem einzelnen Fall aus einer inneren Haltung der
Trennung gehandelt hatte, das wurde mir nun klar. Einer Haltung der Trennung von
allem, was gut ist, von Gott, vom Licht. Ich habe die Nicht-Liebe gelebt, mich
böse verhalten, kalt, brutal, herzlos. Dabei hab ich in der jeweiligen
Situation kaum etwas empfunden; bewusst wurde mir das erst jetzt, als das alles
an mir vorüberzog und mich so sehr berührte.
Ich war nun
ja nicht nur Agierende, sondern gleichzeitig Beobachter des Geschehens. Und
dieser Beobachter war die höhere Instanz. Ich hatte den Überblick und die
Fähigkeit, die Perspektive der anderen Beteiligten einzunehmen und die Dinge
einzuordnen in größere Zusammenhänge. Dadurch erkannte ich, was ich da tat und war
in der Lage, mein Handeln zu beurteilen. Vielmehr, ich musste es beurteilen! Ich
habe genau wahrgenommen und gespürt, was ich den anderen angetan habe. Und das
war schrecklich! Furchtbar, das so hautnah mitzuerleben. Oh Gott, so ähnlich
stelle ich mir das „jüngste Gericht“ vor. So ähnlich wird es von verschiedenen Stellen beschrieben: Markante Situationen des eigenen
Lebens ziehen an einem vorüber und man ist Zeuge der eigenen Handlungen. Bei
mir waren es in diesen Nächten ausschließlich meine Schandtaten. Eiseskälte,
Verlorenheit, Nicht-Liebe. Es war die Hölle, dieses Wieder-Erleben, diese
Erfahrung der Getrenntheit.
Bilder
tauchten auf von Jesus Christus. In der vergangenen Nacht fühlte ich mich, als
hätte ich selbst Jesus ans Kreuz genagelt - aus einem völlig verdunkelten
Bewusstsein der Trennung von Gott heraus, ohne dass mir wirklich bewusst
gewesen wäre, was ich da tat. Blind und gefühllos. Ich empfand seelische
Qualen, unendlichen Schmerz, während ich mich dabei nun selbst beobachtete. Ich befand mich im
dunkelsten Dunkel, abgrundtief. Ich war vollkommen am Boden, wie
zerschmettert. Aus. Ende.
Und dann,
auf einmal, wird aus diesem Dunkel etwas geboren, eine Erkenntnis dämmert heran.
Etwas verändert sich und ich versuche zu erkennen, was es ist. Ganz langsam
nimmt diese Erkenntnis Gestalt an. Auf einmal verstehe ich einige dieser Sätze
aus der Bibel zum ersten Mal, kann sie wirklich fühlen. „Was ihr dem Geringsten
antut, ….“ „Sie wissen nicht, was sie tun.“ Wie in Zeitlupe fühle ich mich ganz
sachte angehoben, steigt in mir eine Erkenntnis auf. Diese absolut reale, diese
gelebte Erfahrung meiner Erinnerungen und meiner Träume war im tiefsten Grunde
--- eine Illusion. All diese Dinge, die ich hundertprozentig realistisch erlebt
habe, sind real geschehen. Aber jetzt erkenne ich, dass sie
nicht die Wirklichkeit waren. Ein Paradoxon, nicht zu erklären, nicht fassbar
für den Verstand…
Aber ich
fühle und weiß mit unerschütterlicher, innerer Gewissheit, dass die
Geschehnisse nicht die Wirklichkeit waren. Sie waren Illusion. Denn Gott ist
niemals n i c h t anwesend. Gott, die Liebe, ist jederzeit
überall und die Trennung, die ich wahrgenommen habe, aus der heraus ich
gehandelt habe, besteht überhaupt nicht, niemals. Ich spüre die nicht endende,
ewige, unermessliche Liebe und die Wirklichkeit, die Gott ist, in mir. Ich spüre
und weiß, dass das die Wahrheit ist. Ich bin die Göttlichkeit in mir. Ich fühle
mich getröstet, unerschütterlich geliebt. Ich Bin. Niemals war ich verloren;
niemals war ich getrennt von Gott, der in mir ist. Oh Gott, welche Freude.
Ich erkenne
den Wert der alten Erfahrungen. Denn nur in dieser gefühlten Illusion der
Nicht-Liebe konnte ich erfahren, was die Wirklichkeit ist. Ja, es gibt das Böse,
denn ich wollte es. Es gibt diese Illusion der Trennung, und sie ist verdammt
realistisch! Wir erfahren sie hier auf dieser irdischen Ebene des Erlebens. Und
doch hat es sie niemals gegeben. Ich habe sie mir erschaffen, um zu erkennen,
was ich n i c h t bin und um zu erfahren, dass die Trennung von
Gott in Wahrheit nicht und niemals möglich ist.
Ich bitte
alle Mit-Agierenden in meinem Leben und in meinen Träumen aus tiefstem Herzen
um Verzeihung. Ich danke euch zutiefst und aus ganzem Herzen , dass ihr mir
diese Erfahrungen, die Illusion der Trennung ermöglicht habt. So dass ich mich
selbst erkennen konnte. Damit ich Gott,
die Liebe, unser Einssein auch in der Illusion erkennen konnte…
Diese tiefgreifende Erfahrung ging weit über das hinaus,
was ich im Zusammenhang mit meinem schlechten Gewissen erlebt hatte, das mich
- wie wir
das ja kennen - seit meiner Kindheit wegen verschiedenster Dinge immer mal wieder geplagt
hatte. Und es ging auch hinaus über Erlebnisse ozeanischer Ausdehnung, Gefühle
des Einsseins mit dem Universum, die ich vereinzelt erfahren durfte. Denn hier
flossen sie nun zusammen und gebaren eine Erkenntnis, eine neue Erfahrung. Die Erlösung.
Hier habe ich Erlösung erfahren. Eine Art von Tod habe ich erlebt.
Und nun beginnt, ganz langsam, dieses Vakuum, das dadurch in mir entstanden war
- das vielleicht ich selbst war durch dieses Erleben – sich anzufüllen mit
etwas Neuem. Ich spüre, wie etwas in mich hineinfließt. Eine Energie? Liebe?
Wahrheit. In meinem Kopf ist es noch nicht angekommen. Egal. Ich weiß nichts, weiß nur, dass es in Ordnung ist. Meine Erschöpfung verlangt jetzt nach
Ruhe. Was auch immer geschehen wird, es soll geschehen. Alles ist gut. Ich
brauche jetzt Ruhe und erhole mich.
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das jüngste Gericht,
Hölle,
mystische Erfahrung
Ich existiere. Ich bin.
November 2013
Ich existiere. Ich
bin.
In der Meditation begebe ich mich nach innen, immer tiefer
in mich hinein. Immer tiefer versinke ich in mir selbst, immer mehr. Und hier
drinnen finde ich mein Höchstes.
Ich betrachte den Satz „Ich existiere. Ich bin.“ Und erkenne
auf einmal, dass ich göttlich bin. Doch ich löse mich erstmals nicht auf in der
Unendlichkeit, verschwimme nicht, verschmelze nicht mit dem großen Ganzen, wie in
einer vergangenen Erfahrung. Was ich jetzt erlebe, ist schwierig zu
beschreiben. Ich bleibe „persönlich“, werde nicht unkenntlich und bin doch eins
mit allem. Ich bin überall. Doch gleichzeitig bin ich ein individuelles Sein.
Personalisiert. Bin mir meines Seins als Individuum bewusst, spüre und weiß aber
gleichzeitig, dass nichts von mir getrennt ist. Diese innere Erfahrung überwältigt
mich. Meine Tränen fließen.
Ein Paradoxon, für meinen Verstand nicht zu begreifen. Doch
es ist wahr und wirklich. Es ist. Ich bin. Alles. Überall. Ich hab es erfahren.
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