Freitag, 28. Dezember 2007

Das Auf und Ab und: Medikamente helfen nicht


Hallo! Ja, da bin ich wieder. Die Tage der vergangenen Wochen waren zu geschäftig oder zu unangenehm, als dass ich hätte schreiben mögen. Während diverser Infekte, die zwischen Kopf und Fuß in meinem Körper aufgeflammt waren und auch während der leicht fließenden Tage des Wohlbefindens, in denen all das getan werden wollte, was zu tun war, war ich einfach nicht mitteilsam. Und zu banal fand ich diesen ganzen Alltagskram, obwohl der ja den größten Teil meines menschlichen Lebens ausmacht. Die große Schönheit, die hierin verborgen liegt, ist nicht auf den ersten Blick sichtbar, bzw. nur aus einer Perspektive, die eine gewisse Distanz einnimmt.

Im nun fast vergangenen Dezember ist mir deutlich geworden wie nie zuvor, dass die Energien nicht gleich bleibend und kontinuierlich ansteigen, sondern dass sie das in großen Sprüngen tun. Während einer solchen Energieanhebung empfinde ich meist große Freude und Leichtigkeit, habe Power ohne Ende und kann kaum schlafen vor lauter Vibrationen und Glücksempfindungen. Um mich herum beobachte ich aber auch Symptome wie Schwindel, Mattigkeit und eine gewisse Orientierungslosigkeit. Draußen in der Natur zeigte sich hier wochenlang die weiße, kristalline Pracht des zentimeterdicken Reifs auf Pflanzen, Häusern, Autos im anhaltenden Frost. Trotz zeitweiligem Nebels fühlt sich das für mich als messerscharfe Klarheit an und wenn die Sonne herauskommt ist es ein einziges herrliches Glitzern und Funkeln überall.

Nach dem Erreichen eines neuen energetischen Höchststandes traten bei mir diesen Monat mehrfach heftige körperliche Missempfindungen, die schon erwähnten Infekte und auch mal Schmerzzustände auf. Mein physisches System ist dann dabei, die neuen Energien zu integrieren. Erstaunlich finde ich, dass die mir verschriebenen naturheilkundlichen Medikamente, und dann auch die allopathischen, überhaupt keine Wirkung gezeigt haben, weder beim Reizhusten, noch beim Gerstenkorn am Auge. Hm, auch hier funktioniert es wohl einfach nicht mehr, meine Verantwortung abzugeben an den Doc oder die Medizin, sondern sie will von mir selbst getragen werden. Ich kann in Kontakt treten mit meiner Standardzelle oder meinem Körper im Ganzen, kann ihn fragen, womit ich ihn unterstützen kann, ihm liebevoll Gutes tun und einfach bewusst sein. Gerade bin ich zum zweiten Mal in diesem Monat richtig grippekrank, was ich normalerweise wirklich selten bin, und es geht schlicht darum, geschehen zu lassen, aus dem Tun auszusteigen, die vielfältigen Prozesse der Anpassungund Reinungung zuzuzlassen.
Auch meine anderen Körper scheinen sich anpassen zu müssen: Gefühlte Zustände wie Ungeduld, Gereiztheit, Aggressivität treten meist einige Tage nach Erreichen eines neuen Energielevels auf. Und das ist gar nicht witzig! Neue und tiefere Schichten von bereits abgehakt geglaubten Themen tauchen auf. Hat das denn immer noch kein Ende? Nein, offensichtlich bei mir nicht. Ich meine ja gar nicht, dass ich „perfekt“ werden muss und alles, wirklich alles bereinigen muss, aber es scheint durchaus wichtig zu sein, die irgendwo im Verborgenen doch noch gespeicherte Angst und Wut zu erleben und zu erlösen. Vielleicht geht es hier ja auch nicht nur um meine persönlichen Dinge, sondern um allgemein verbreitete und tief im kollektiven Bewusstsein steckende?

Ich bin aber tatsächlich ziemlich geschickt darin, Themen aus genau der Perspektive zu betrachten, aus der sie mir erledigt erscheinen. Und, schwupps, geschieht irgendetwas, weshalb ich mich ein klein wenig drehen muss und durch die neue Perspektive kommt heraus, dass ich mich mal wieder selbst getäuscht habe. Diese Dinge, die sich jetzt zeigen, sind ganz schön fette Brocken!

Nach den Tagen der Leichtigkeit und Freude kommt es so immer wieder zur rasanten Talfahrt. Und das schmerzt! Gerade, weil es eben noch so wunderbar leicht und easy war. Ich vergesse nur zu leicht, dass das grundlegende Niveau jetzt doch ein deutlich anderes ist, als vor 5 oder gar 10 Jahren und doch ist das ganz ohne Zweifel definitiv der Fall. Wann es so weit ist, dass ich alles ausreichend integriert haben werde, vermag ich nicht einzuschätzen. Öfter schon hatte ich gehofft, es wäre endlich so weit und immer wieder wurde ich vertröstet. In Aussicht gestellt ist uns jetzt Mitte Januar als Zeitraum, in dem es leichter wird. Es sind allerdings in der Vergangenheit auch schon einige Deadlines verstrichen... Aber das hängt ja sicher wieder mit uns selbst zusammen.

Also: Immer weiter geht`s! Immer tiefere Schichten von ungeliebten Aspekten tauchen aus der Versenkung auf und wollen angenommen und integriert werden. Machen wir einfach weiter! Es geht. Diese letzte Etappe bewältigen wir jetzt auch noch, wenn wir auch zeitweilig mal auf dem Zahnfleisch gehen. Seien wir verständnisvoll und gütig zu uns, pflegen wir uns, bestärken wir uns, klopfen wir uns selbst wohlwollend auf die Schulter und nehmen wir uns liebevoll in die eigenen Arme.

Liebevolles Zulassen, Anerkenntnis und Mitgefühl bringen das Eis zum Schmelzen. Neu ist diese Strategie nicht. Im Gegenteil, sie ist vielfach erprobt und hat sich bewährt. Und deshalb rufe ich sie mir heute wieder in Erinnerung - und immer dann, wenn mal wieder „die Nacht zu einsam und der Weg zu lang war“, wie Bette Middler in „The Rose“ singt: (einfach auf den nachfolgenden hellgrauen Link klicken)

Freitag, 14. Dezember 2007

Trendwende

Ein ganz kurzer Eintrag soll dies heute nur werden. Ich möchte aber doch gerne etwas loswerden: Am 11.12. ist abends etwas geschehen, was das Lachen in meinem Gesicht und die Freude in meinem Herzen wieder mal voll erblühen ließ. Was genau es war...?

Sicher daran beteiligt war der Besuch der liebevollen, schönen Dame mit dem dunklen, gelockten Haar, die sich als Maria Magdalena vorstellte. Scheinbar war die Zeit reif, mich mitzunehmen zu diesem Schmelztiegel, wie sie es nannte. Das war ein großer Kessel, in den ich mich setzte und in dem dann endgültig mein Herz verschmolz zu einer Einheit. Jede letzte Spaltung oder Unterteilung im Herzen, die zu meiner Überraschung scheinbar doch noch vorhanden gewesen war, verschwand durch diesen Verschmelzungsprozess mit mir in mir selbst.

Möglicherweise begann ja auch bereits die Christusliebe in besonderer Intensität einzuströmen, die uns für den 12.12. angekündigt war. Jedenfalls ist es nun so, dass eine sozusagen solide Leichtigkeit zusammen mit der geliebten Freude wieder meinen Tag regieren. Gott sei Dank!

Sonntag, 9. Dezember 2007

Alles Meins

Ich befinde mich in einer Meditation und ein Freund und Lehrer aus der geistigen Welt tritt zu mir. Oh, das ist eine große Freude für mich und gleichzeitig bin ich dankbar und ergriffen, ihn zu sehen. Mani nennt er sich und heute zeigt er mir etwas ganz Besonderes. Auf einen hohen Berg führt er mich, immer höher steigen wir, bis wir von oben einen herrlichen Blick haben über das Land und in jeder Richtung bis weit in die Ferne schauen können.

Mit großer Geste zeigt mein Lehrer auf die vielfältigen Landschaften, die sich da unten rings um den Berg bis zum Horizont erstrecken. Er sagt zu mir: „Das ist alles deins.“ Ich schaue ihn an und überlege, wie er das wohl meint. Er erklärt mir: „Wenn du dich auf diesen kleinen Krümel Erde hier konzentrierst, kannst du mit der Erde verschmelzen und du kannst diese Erde sein. Richte deine Aufmerksamkeit auf den Baum, der dort unten steht, und du bist dieser Baum. Betrachte die Stadt dort hinten mit all den verschiedenen Formen und Farben, mit allen Energien, die dort vorhanden sind, und du kannst sie spüren und sie in ihrer Ganzheit und auch in allen Einzelheiten erfassen. Siehst du, dass alles, worauf du deine Aufmerksamkeit richtest, deins ist?“

Das ist ja fantastisch! Ich spüre es und mir wird klar, dass ich, weil ich selbst alles sein kann, weil ich selbst alles bin, nichts mehr besitzen muss, nichts mehr haben muss. Wow! Ich bin frei. Und das war ich schon immer. Und das gilt für uns alle, für jeden von uns.

Ich bin Mani von Herzen dankbar für diese Erkenntnis. Immer wieder gibt es Situationen in meinem Leben, in denen ich diese große Weisheit schlicht mal vergesse, aber ich hab sie gespürt, hab sie in mir selbst erlebt und kann mich jederzeit darauf besinnen. Danke.

Mein Feuer-Schlangen-Wesen

Ich befinde mich in meinem inneren Garten. Viele, viele meiner Anteile sind hier versammelt. Sie haben mich erwartet und begrüßen mich erwartungsvoll. Es ist eine große Freude und Erwartung unter uns und wir sind alle miteinander verbunden.

Ein großer silberner Engel taucht da vor uns auf. Er hat einen Taktstock in der Hand. Wir beginnen zu singen, jeder hat einen ganz eigenen Ton. Alle zusammen bilden wir einen gemeinsamen Ton, unsere vielen verschiedenen Töne fließen ineinander und bilden einen vollständigen Ton, einen Klang mit vielen Ober- und Untertönen. Der silberne Engel dirigiert uns und bündelt diesen Ton.

Nun führt der Engel mich und meine engsten Anteile fort in ein goldenes Tal. Ich spüre, ich selbst bin dieses Tal, das sich wie eine riesige goldene Blüte geöffnet hat. Von oben kommen lauter elektrische Blitze herab in verschiedenen, stark leuchtenden Farben. Irgendwie metallisch sind diese Farben. Die Blitze berühren mich, dringen in mich ein und setzen dadurch 12 Spiralen in Gang, die sich immer schneller und schneller in alle möglichen Richtungen drehen und immer stärker vibrieren.

Aus mir wird eine Gestalt herausgeschleudert. Es ist ein menschenähnliches Wesen, ganz rot und beweglich und biegsam wie eine Schlange. Dieses Wesen ist kein Kind, es ist komplett entwickelt, geschlechtslos und eben rot, von oben bis unten. Im ersten Moment dachte ich, ich hätte mich selbst neu geboren. Nun aber, als ich es betrachte, meine ich, dass das nicht „ich“ sein kann, spüre aber andererseits, dass es zu mir gehört. Das Wesen sieht Respekt gebietend, fast Furcht erregend aus, ist die schiere Kraft, die personifizierte Energie. Es ist unglaublich biegsam, die Bewegungen wirken fließend, sind durch nichts aufzuhalten Es kann überall Arme entstehen lassen und Beine, und sie genau so schnell wieder verschwinden lassen, wie ein Feuer seine Zungen bildet. Vielleicht hab ich auch einfach Angst vor dieser ungebremsten Energie?

Mit meinen beiden nächsten Anteilen begebe ich mich zu dem Wesen und gemeinsam begleiten wir es zur Gruppe der anderen. Dort wird das Schlangen-Feuer-Wesen herzlich begrüßt und aufgenommen. Zunächst geht mein Kind-Anteil nun zu dem Wesen hin und umarmt es. Das Wesen lacht und freut sich und ich bin ein bisschen überrascht, als ich sehe, dass es sich freuen kann. Mein Ego-Anteil geht als nächstes hin und klopft dem Wesen auf die rote Schulter. Die Züge des Wesens haben sich verändert. Nun sieht es direkt freundlich aus und sogar fröhlich. Ganz offensichtlich gefällt es ihm, dass es hier so offen aufgenommen wird.

Ich bin immer noch ein wenig skeptisch, trete nun aber auch zu ihm hin und schaue ihm in die Augen. Das Wesen hört damit auf, seine vielen Arme herum zu schlängeln und konzentriert sich auf mich. Ich seinen Augen sehe ich Feuer, unendliche Energie, unermessliche Kraft, ewiges Leben. Ich sehe totales Verständnis, absolutes Wissen, allumfassende Weisheit, aber auch Kompromisslosigkeit und tiefe, tiefe Liebe, die alles, wirklich alles kennt. Nun gehe ich hin zu dem Wesen. “Warum hast du so eine schreckliche Gestalt?“, frage ich. „Du hast mein wahres Wesen erkennen können.“ „Aha“, denke ich und habe nicht wirklich verstanden.

Nun beginnt die Geburtstagsfeier. (Ich erlebe diesen Traum übrigens in der Nacht meines "menschlichen" Geburtstages.) Als erstes tanze ich mit dem Feuer-Schlangen-Wesen. Wir tanzen einen wundervollen, einen wilden Tanz und er führt mich. Unter dem Applaus aller Zuschauer erheben wir uns tanzend über die Erde. Wir tanzen um die ganze Erde herum. Das Wesen erscheint mir nun gar nicht mehr schrecklich; es hat eine neutrale Farbe angenommen. Wir genießen unseren Tanz sehr und sind beide glücklich. Als wir so tanzen, beginnen wir beide auf einmal zu leuchten. Wir weben so ein Netz von verschiedenfarbig leuchtenden Fäden um die Erde herum. Schließlich landen wir wieder im Kreis der anderen...

Freitag, 30. November 2007

Loslassen der Familie


In den letzten Tagen ging es für mich darum, Vorstellungen und Wünsche loszulassen, die eng mit meiner Persönlichkeit verknüpft sind und auch astrologisch vorgegeben. Es war kein wirklicher Wunsch, dessen ich mir bewusst gewesen wäre, es war eher wie ein Programm, das kontinuierlich im Hintergrund ablief und gleichzeitig ging es auch weit über das Persönliche hinaus, als eine kulturell tradierte Vorstellung darüber, wie es halt zu sein hat. Mein Thema dieses Mal: Familie. Jeder erlebt und kennt diese Spannungen, die auftreten, wenn Menschen unterschiedlicher Generationen, Temperamente und Vorstellungen zusammen treffen oder leben. Und trotzdem war es mir immer wieder ein großes Bedürfnis, alle an einem Tisch sitzen zu sehen. Ich wusste nämlich, dass es wirkliche Gemeinschaft gibt, suchte sie aber zunächst da, wo sie schwer möglich ist.

Mein Harmoniebedürfnis war ein tiefer reichendes, Streit und Auseinandersetzungen habe ich dabei nicht gescheut. Die Scheidung meiner Eltern hatte ich als Sechzehnjährige befürwortet, denn eine derart verfahrene Situation, das war mir klar, war wohl anders nicht zu lösen. Aber ich wollte es später besser machen. Dann hat, Jahrzehnte später, meine eigene Trennung, das „Scheitern“ meiner eigenen Ehe, mich völlig aus der Bahn geworfen. Der Boden unter meinen Füßen wankte, war nach der Gewissheit über die neue Liebe meines Mannes einfach weg und nichts konnte meinen Fall bremsen. Wie ein Zombie fühlte ich mich, zu groß war der Schmerz, maschinell versorgte ich die Kinder, Haus und Garten. Wenn sie dann alle morgens außer Haus waren, war meine Zeit. Endlich nahm ich sie mir. Von Wellness allerdings keine Spur, stundenlang lag ich im Bett und weinte. Etwas anderes ging nicht.

Langsam, langsam begann ich dann, Hilfe im Außen zu suchen. Die Esoterik weckte mein Interesse. Erinnerungen an Kindheitserlebnisse der anderen Art tauchten auf. Quasi notgedrungen begann ich mit einer psychotherapeutischen und parallel einer heilerischen Ausbildung, gleichzeitig nahm ich einen Job an, um Geld zu verdienen. Heute bin ich dabei, die gelernten Techniken und Verfahren wieder zu vergessen, denn ich weiß, dass es im Grunde ums Erinnern von Einheit, von Heil-Sein geht, ums Zulassen von Heilung um das Wiederentdecken der Liebe, zunächst zu sich selbst, und dass es nicht nötig oder sogar eher unangebracht ist, andere zu manipulieren.

Und erst jetzt, kurz vor Weihnachten, viele Jahre nach meinem persönlichen GAU und mit 48 Jahren, konnte ich, d.h., genauer: musste ich meine Idealisierung der Familie und mein Streben nach einer Gemeinschaft in dieser Form herschenken. Und jetzt ist es gut. Natürlich stehe ich weiterhin für meine Kinder zur Verfügung, kümmere ich mich um die Teenager, soweit das noch nötig oder gewünscht ist. Gelungen ist mir dieser innerliche Abschied deshalb, weil ich mittlerweile einerseits Zugang zu mir selbst gefunden habe und andererseits Menschen meiner geistigen Familie getroffen und erlebt habe, dass es tatsächlich möglich ist, Harmonie, Toleranz, Freiheit und Liebe zu erleben. Als Verwandte habe ich wenige Menschen identifiziert und viele geistige Wesen.

Im täglichen Leben erlebe ich ab und zu mal wundervolle Begegnungen mit Menschen, spüre einen Austausch von Liebesenergie und die größte Freude. Häufig sind das Begegnungen, die nur wenige Minuten lang dauern, doch das reicht mir und beglückt mich. Der Kreis von Menschen und anderen Wesen, die ich liebe, wird immer größer und ich brauche den definierten Rahmen „Familie“ nicht mehr. Jederzeit und überall ist es möglich, Liebe, Freude, Verschmelzung im Moment des Jetzt zu erfahren und das muss nicht konserviert werden aus Angst, es verlieren zu können.

Sonntag, 18. November 2007

Zustandsbericht

Die gegenwärtigen Energien, vor allem die seit dem 11.11., haben mich zeitweilig tatsächlich umgehauen und ich will jetzt endlich einmal kurz darüber berichten. Die ersten Tage nach dieser Schwingungsanhebung waren geprägt z.B. von Kopfschmerzen, der Unfähigkeit zu schlafen, Kälteempfindungen bis hin zum Schüttelfrost. Keine Spur von Leichtigkeit, Freude, Liebe, nur innerliches Durcheinander und Arbeitsunfähigkeit.

Im Traum geschehen so viele Dinge gleichzeitig und auf mehreren Ebenen, stürmen so viele Aspekte auf mich ein, dass ich sie nicht auseinander halten kann und keine klaren Geschichten erlebe. Uralt-Erinnerungen mischen sich mit aktuellem Tagesgeschehen und präsentieren sich in so rasend schneller oder auch paralleler Abfolge, dass mich das wirklich irritiert. Alles wird wie durch mich hindurch geschossen. Die ausgeprägten körperlichen Missempfindungen, z.B. auch ein Gefühl des Druckschmerzes an jeder Stelle, wo mein Körper beim Liegen die Unterlage berührt, machen das Schlafen sehr unangenehm. Ich weiß jetzt ganz genau, wie sich die Prinzessin auf der Erbse fühlte, und das ist tatsächlich kein Vergnügen!

Die Überempfindlichkeit wechselt sich mit Phasen der Leere und Empfindungslosigkeit ab. Es wurde wohl wieder Platz für Neues geschaffen. Schon wieder mal ein Neuanfang! Langsam gewöhne ich mich nun offensichtlich an die aktuellen Energien und erlebe situativ wieder die Freude und Liebe, die so sehr der Normalzustand geworden waren, und die mir auf einmal scheinbar gänzlich abhanden gekommen schienen. Auch im Außen kommt ganz langsam etwas in Bewegung und es tauchen neue Perspektiven auf, die mir richtig gut gefallen. Gut. Es geht weiter.

Freitag, 16. November 2007

Unsere Kinder

Sie können diese Welt wirklich verändern. Unsere Kinder sind radikal, konsequent und stark. Fing es an mit den Hippies, mit Flower Power, freier Liebe und Bewusstseinserweiterung bei Teens und Twens, so sind unsere kleinen Revolutionäre von heute unter 10, natürlich auch älter, in der Pubertät. Schon ab der dritten Grundschulklasse wird es schwierig, sagen die Lehrer. Zu Hause merken wir das natürlich auch. Wir haben gelernt, dass wir unseren Kindern Grenzen setzen müssen, ihnen einen stabilen Rahmen bieten sollen.

Und nun zeigen uns diese Indigo-Kinder immer wieder, wie unsinnig unsere Grenzen oft sind, dass Grenzen um der Grenzen willen keine Funktion haben außer der, Macht zu demonstrieren und Wettkämpfe auszutragen. Täglich bin ich situativ gefordert, herausgefordert, weil mir meine Kinder, Teenager schon übrigens, wieder einmal deutlich machen, dass meine beschränkten Vorstellungen schlicht überholt sind. Darf ich schon wieder klein beigeben, weil ich verstanden habe, dass sie recht haben? Warum darf nicht zum dritten Mal hintereinander der Freund hier übernachten? Ist es tatsächlich so schlimm, dass irgendein Freund sich die neue Winterjacke meines Sohnes geliehen und sie verloren hat, wo wir doch eine neue kaufen können? Ich kann hier immer wieder meine Grenzen neu ausloten. Warum soll ich meine Kinder dazu anhalten, den Mund zu halten, wenn der Lehrer ihnen oder anderen Angst macht, weil der ja schließlich am längeren Hebel sitzt? Schüler von heute sagen dann solche Dinge wie: „Sie haben mir gar nichts zu sagen“ oder, wie neulich einer meiner Süßen ironisch dem Lehrer gegenüber: „Ach, jetzt krieg ich aber Angst!“

Sind sie einfach schlecht erzogene, freche Gören? Ja, sie sind impertinent. Wir haben uns bemüht, ihnen Höflichkeit und angemessenes Sozialverhalten beizubringen. Nein, sie müssen niemandem die Hand geben, nicht die Großeltern küssen, die sie gerade zwei mal im Jahr sehen. Das wär schon durchaus nett, finde ich - und das finden auch die Großeltern-, aber die Kids haben recht.Es ist wirklich o.k, das zu unterlassen

Schlau sind sie. Dem Vortrag, den mir mein Elfjähriger über unser Schulsystem gehalten hat, hätte ein Kultusbeamter kaum etwas entgegen setzen können. Ich hab mich als Schülerin auch schon bei meinen Lehrern darüber beschwert, dass wir Unsinniges zu lernen hatten, aber unsere Kinder heute gehen über den Protest hinaus: Sie verweigern sich, völlig cool. Einzelne können am System scheitern. Doch wenn viele mitmachen – und es sind schon sehr viele mittlerweile -, dann führt das unweigerlich zu Veränderungen. Ich erinnere mich an den Spruch: „Stell dir vor, es ist Krieg, und keiner geht hin.“ Und wenn nun keiner mehr in die Schule ginge? Unsere Kinder können tatsächlich unsere Welt verändern. Sie fordern Freiheit und Selbstbestimmung. Dabei sind sie total undiplomatisch und konsequent. Mein Sohn sagt, er will lernen, unbedingt, aber es sollte was Wichtiges sein und so vieles Wichtige kommt einfach überhaupt nicht dran.

Wenn er keine Lust hat aufs Mittagessen, dann holt er sich eben ein Döner vom Taschengeld. Meine Kinder nehmen in der Regel keine Rücksicht darauf, wie ich mich abstrample um dies oder jenes hinzukriegen. Ja, sie sind egoistisch. Und auch hier lerne ich von ihnen. Wenn ich mal keine Lust habe zu kochen, dann kann ich es tatsächlich einfach lassen, denn sie sind ja schon alt genug um mal selbst etwas zu tun. Ich hab mich als Kind ständig und heftig über dieses „Das macht man nicht“ aufgeregt und mit meinen Eltern diskutiert. Meine Kinder gehen mit einem Achselzucken einfach über das hinweg, was sie unsinnig finden.

Wenn sie alt genug sind, um wählen zu dürfen, wen wählen sie? Die Kinder haben mitbekommen, dass Politiker sich trotz ihrer Prominenz nicht schämen, auf ihren persönlichen Vorteil bedacht zu sein, dass es bestechliche unter ihnen gibt, skrupellose, sexwütige. Wir bringen ihnen bei, dass „Geiz geil“ sei, dass es wirklich wichtig sei, Markenkleidung zu tragen, cool drauf zu sein und erwarten von ihnen, dass sie uns achten und in Ehren halten. Was achten wir? Das Tempolimit - wenn wir gemerkt haben, dass geblitzt wird. Allen Einflüssen aus dem globalen Massenbewusstsein sind unsere Kinder ausgesetzt.

Glaubenssätze wie „Schuster bleib bei deinen Leisten“ sind mittlerweile gesellschaftlich überholt, auch wegen der wirtschaftlichen Situation, doch an dem „Man kann nicht alles haben“ und „Ohne Fleiß kein Preis“ hängen wir häufig noch. Dabei dürfen wir sein und haben, was uns glücklich macht, ohne dass wir irgendjemandem etwas wegnehmen. Unsere Kinder wissen das und sie manifestieren sich die gewünschte Barbie oder den MP3-Player schon irgendwie – und zwar vor Weihnachten.

Unsere Kinder sind schwierig. Summerhill und Modelle der „antiautoritären Erziehung“, das war einmal. Ja, natürlich ist es unsere Aufgabe sie zu begleiten, sie zu unterrichten, sie zu schützen und ihnen eigene Verantwortung in der richtigen Dosis zuzuweisen. Die Kinder jederzeit wirklich liebevoll als gleichrangige Partner zu betrachten und trotzdem, wenn Mitarbeit, Verständnis oder einfach Gehorsam verweigert wird, "richtig" zu reagieren und dabei emotional nicht einzusteigen, ist Aufgabe der Eltern - und was für eine das ist!